Staustufe Gundelfingen wird für Fische durchgängig

Staustufe Gundelfingen wird für Fische durchgängig: Start in die zweite Bauphase

Bauarbeiten vom 01. August 2022 bis 28. Februar 2023
Umgehungsgewässer wird größtenteils naturnah gestaltet
Sperrung des Baubereichs, Umleitung ist eingerichtet

Im Auftrag der Obere Donau Kraftwerk AG (ODK) hat LEW Wasserkraft letzten November mit den Vorbereitungen für den Bau einer Fischwanderhilfe am Donaukraftwerk Gundelfingen begonnen. Nun startete am 01. August 2022 die eigentliche Bauphase, die bis Ende Februar nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Während des Zeitraums sind die Wege an diesem Donauabschnitt für Fußgänger und Radfahrer aus Gründen der Arbeitssicherheit gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet. Nach den vorbereitenden Maßnahmen wie Rodung, Voraushubarbeiten und Steinschüttungen im Unterwasser, um die Flusssohle der Donau an die Fischwanderhilfe anzubinden, erfolgt nun in der zweiten Projektphase der Bau der Fischaufstiegshilfe. Während der Bauarbeiten kommen Bagger und Radlader zum Einsatz. Darum werden aus Sicherheitsgründen die Kraftwerksstraße sowie die Damm- und Uferwege komplett gesperrt. Eine entsprechende Beschilderung weist darauf hin. ODK und LEW Wasserkraft bitten alle Fußgänger und Radfahrer um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen.

Kombination aus technischer und naturnaher Wanderhilfe

Die Fischwanderhilfe entsteht an der linken Uferseite der Donau und setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen. Dabei wird teilweise der vorhandene Entwässerungsgraben genutzt und umgestaltet. Als Einstieg in die Fischwanderhilfe entsteht unterhalb des Kraftwerks ein sogenannter Raugerinne-Beckenpass. Dieser besteht aus terrassenförmig angeordneten Becken, die mit Steinen unterschiedlicher Größe ausgekleidet sind. Daran schließt als zweiter Abschnitt ein naturnahes Umgehungsgerinne an. In diesem Bereich entstehen mit Elementen wie Kiesflächen oder Wurzelstöcken unterschiedliche Gewässerstrukturen. Sie stellen attraktive Lebensräume für Fische und Kleinlebewesen dar und können auch als Laichhabitate dienen. Auf diesen naturnahen Abschnitt folgt ein zweiter Raugerinne-Beckenpass und schließlich ein
Ausstiegsbauwerk aus Beton, um die restliche Höhendifferenz zum Oberwasser zu überwinden. Insgesamt wird die Fischwanderhilfe rund 600 Meter lang.

12 Millionen Euro für Durchgängigkeit zwischen Faimingen und Oberelchingen

Nach der Staustufe Donauwörth entsteht in Gundelfingen die zweite Fischwanderhilfe an den Donaukraftwerken zwischen Oberelchingen und Donauwörth. Die Arbeiten werden durch ein Büro für Landschaftsarchitektur begleitet und sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Dillingen an der Donau und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen (AELF) abgestimmt. In den nächsten Jahren werden auch an den fünf weiteren Staustufen der ODK in Oberelchingen, Leipheim, Günzburg, Offingen und Faimingen Fischwanderhilfen gebaut. Insgesamt investiert ODK als Kraftwerkseigentümer rund 12 Millionen Euro in den Bau der sechs Fischwanderhilfen bis 2030.

Wichtiger Baustein der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Die Fischwanderhilfen sind ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die als zentrales Kriterium die Durchgängigkeit der Flüsse für Fische und Wasserlebewesen vorgibt. LEW Wasserkraft hat in den vergangenen Jahren an ihren Kraftwerken an Iller, Günz und Wertach die Durchgängigkeit bereits hergestellt und dabei eng mit Fischerei und Naturschutz zusammengearbeitet. Die in
diesen Projekten gesammelten Erfahrungen kann das Unternehmen jetzt für die Realisierung der Fischwanderhilfen an der Donau nutzen.

Über das Kraftwerk Gundelfingen und ODK

Das Kraftwerk Gundelfingen gehört zu den sechs leistungsstarken Donaukraftwerken der Obere Donau Kraftwerke AG (ODK). Die Wasserkraftwerke Oberelchingen, Leipheim, Günzburg, Offingen, Gundelfingen und Faimingen erzeugen jährlich etwa 290 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Mit dieser Menge können mehr als 110.000 Haushalte das ganze Jahr über mit elektrischer Energie versorgt werden. Die ODK gehört zu 60 Prozent der Rhein-Main-Donau GmbH (RMD), Landshut, und zu 40 Prozent der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Stuttgart. Der erzeugte Strom wird von der EnBW AG abgenommen und vermarktet, die damit auch die Kosten der Maßnahmen trägt. Die Wasserkraftwerke werden von LEW Wasserkraft betriebsgeführt und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus ferngesteuert.

LEW Wasserkraft GmbH

Die LEW Wasserkraft GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. LEW Wasserkraft unterhält und betreibt 36 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach und gehört damit zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern. Das Unternehmen erzeugt jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom aus regenerativer Wasserkraft. LEW Wasserkraft beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz liegt in Augsburg. Weitere Informationen unter https://wasserkraft.lew.de.