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Ehrung verdienter Mitbürger

Bürgermeisterin Miriam Gruß in der Sitzung des Stadtrates Gundelfingen am Donnerstag, 11. Januar 2018:

Tagesordnungspunkt 2
Ehrung verdienter Bürgerinnen und Bürger

Dieser Tagesordnungspunkt gehörte bisher schon immer für die gesamte Stadt und den Stadtrat zu den Höhepunkten im politischen Kalenderjahr und auch für mich ganz persönlich ist das ein ganz besonderes Highlight. Die Auszeichnung verdienter Bürgerinnen und Bürger Gundelfingens.

Sie, liebe zu Ehrenden, haben sich mit Ihrer Leistung, mit Ihrem Engagement, mit Ihrer Schaffenskraft und mit Ihrem Herzblut beispielhaft verhalten – ob im ehrenamtlichen, im sozialen oder im wirtschaftlichen Bereich.
Sie haben gezeigt, dass es einen Unterschied macht, ob jemand nur sagt „man müsste mal“, oder ob jemand es einfach macht. Sie haben gezeigt, dass man viel bewirken kann, wenn man sich aufmacht und sich einbringt. Sie haben gezeigt, dass man die Welt ein kleines, ja manchmal sogar ein großes Stück verändern kann.
Auf solche Bürgerinnen und Bürger kann der Staat, kann die Stadt nur stolz sein. Wir sind es.
Und als Zeichen unserer Anerkennung unseres Dankes und unserer besonderen Wertschätzung Ihrer Lebensleistung darf ich Sie nun ehren.

Unser Bild zeigt (von links): Herrn Klaus Lother, Schwester Maria Elisabeth Marschalek, Bürgermeisterin Miriam Gruß sowie Herrn Ernst Schoupa.

Ernst Schoupa

Herr Schoupa ist seit Jahren in führender Position für die Wasserwacht in Gundelfingen tätig. Hier übernimmt er gemeinsam mit den Mitgliedern der Wasserwacht bereitwillig und freiwillig viele Dienste zur Überwachung der Gundelfinger Badeseen und des Gundelfinger Hallenbades. Bei allen Gundelfinger Großveranstaltungen wie Faschingsumzug, historischen Festen oder den Weihnachtsmärkten u.v.m. ist er als Sanitäter mit seinem Team im Einsatz. Wenn es ihn nicht gäbe hätten nicht nur viele Kinder nicht schwimmen gelernt, wären viele Menschen nicht in der Wasserwacht ausgebildet worden und hätten so viele Feste – die Gundelfingen sehr zahlreich und stolz veranstaltet – nicht stattfinden können. Oftmals ist es leider so, dass man gerade erst wenn mal etwas passiert ruft „wo ist die Wasserwacht, so sind die Sanitäter“ – dass diese ohne einen Cent zu bekommen stundenlang sonst Dienst leisten, wird den Menschen leider allzu selten bewusst. Diese Ehrung soll dies ändern. Wir wollen mit Ihrer Auszeichnung stellvertretend alle, die in diesem Bereich leise und zuverlässig Ihren Dienst für die Menschen leisten eine laute Stimme geben und rufen „es gibt sie!“ und: „Danke, dass es Sie gibt“!

Die Verdienste von Ernst Schoupa würdigt die Stadt mit der Ehrennadel in Bronze.

Klaus Lother

Was wäre Gundelfingen ohne Gartner?
Als ich über Weihnachten meinem Bruder stolz die Stadt zeigte, durfte natürlich auch ein Blick auf Gartner nicht fehlen. Und während ich in mehr oder weniger schlechtem englisch kompliziert erklären wollte was Gartner genau macht, sagte er lapidar aber eindeutig seiner amerikanischen Ehefrau „Oh, honey, you know, they make de Uber headquarter.“ Damit war alles klar.
Nach der Frage, was Gundelfingen ohne Gartner wäre, muss die Frage kommen, was wäre Gartner heute ohne Klaus Lother?
Er war es, der die schwierige Entwicklung vom Familienunternehmen über die unsichere Zeit des Übergangs, die anspruchsvolle Positionierung des Gundelfinger Betriebes in der Permasteelisa-Gruppe gemanagt hat. Josef Gartner als Weltmarktführer im anspruchsvollen Fassadenbau und die Sicherung der 800 Arbeitsplätze in Gundelfingen sind sein Werk. Die Ausbildung eigener Fachkräfte ist ein für den Standort Gundelfingen wichtiger Faktor: 23 neue Auszubildende und 2 duale Studenten haben im vergangenen September bei Josef Gartner begonnen. Insgesamt sind 90 junge Menschen in Ausbildung bei Gartner beschäftigt. Die Fassade der Elbphilharmonie, des Apple-Campus in Palo Alto, des Lakhta-Towers in St. Petersburg, der nach Fertigstellung das höchste Gebäude Europas sein wird sind nur ein winziger Ausschnitt aus den letzten Jahren. Wenn man auf die Welt schaut, sieht man immer ein kleines Stückchen Gundelfingen. Das ist auch der Verdienst von Klaus Lother.
Gartner kann 2018 sein 150-jähriges Firmenjubiläum feiern. Lother ist seit 15 Jahren Geschäftsführer bei Josef Gartner, ist seit 2013 CEO für die Region Europa Middle East, Africa des Mutterkonzerns Permasteelisa. Seit 2016 ist sein Büro und damit sein Wohnsitz in London. Er ist aber weiterhin Geschäftsführer von Josef Gartner und dazu in Gundelfingen auch durch seine Familie verwurzelt. Seine erfolgreichen persönlichen Leistungen um den Industriestandort Gundelfingen würdigt die Stadt mit der Ehrennadel in Silber.

Schwester Maria Elisabeth Marschalek

Auch hier gilt: wer Gundelfingen kennt, aber das Kinderheim nicht und Schwester Maria Elisabeth nicht, der kennt Gundelfingen nicht.
Schwester Maria Elisabeth kenne ich übrigens schon länger als viele Gundelfingerinnen und Gundelfinger. Als ich das Kinderheim nämlich in meiner Zeit als Kinderpolitische Sprecherin des Bundestages besuchte entstand ein intensiver und guter Kontakt. Schon damals merkte ich, mit welcher Kraft, mit welchem Engagement sich Schwester Maria Elisabeth für Ihre Kinder einsetze und einsetzt. Sie kommt nicht oft, aber wenn Sie kommt und etwas braucht, dann brennt die Hütte und dann braucht sie es wirklich. Das schätze ich ganz persönlich an ihr.
Das von Pfarrer Georg Weinhart im Jahr 1883 gegründete Kinderasyl hat leider auch noch im Jahr 2018 eine traurige und wichtige Funktion. Kinder, teils mit schrecklichen persönlichen Schicksalen, finden hier ein liebevolles Zuhause. Daneben besuchen weitere Kinder und Jugendliche aus der Region mit entsprechendem Bedarf die vier in der Einrichtung vorhandenen Gruppen.
Im absoluten Vordergrund steht die menschliche und sozial- wie heilpädagogische Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Daneben sind alle administrativen Aufgaben der Einrichtung (Personalführung, Einhaltung der vielen Gesetze und Verordnungen) zu erledigen. Dazu kommen, ohne die Bedürfnisse der einzelnen jungen Menschen zu vernachlässigen, die großen finanziellen Fragen der Stiftung. Das alles leistet Schwester Maria Elisabeth mit Bravour. Und daneben entwickelt sie viele neue Ideen und Konzepte, wie die Stiftung und das Kinderheim im 21. Jahrhundert weiter geführt werden kann.
Biolandbau auf den stiftungseigenen Flächen, die Errichtung eines Lern- und Erlebnishofes, Dienstleistungen wie Mittagsbetreuung an Schulen und vieles mehr setzt Schwester Oberin mit herzlichem Nachdruck um.
Diesen uneigennützigen, nachhaltigen, mutigen und eindrucksvollen Dienst für die Kinder und Jugendlichen, der hier in Gundelfingen von Schwester Maria Elisabeth Marschalek mit ihrem Team geleistet wird, würdigt die Stadt mit der Ehrenadel in Gold.