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Ein gelungenes Partnerschaftswochenende

Um 17:00 Uhr sollte in Gundelfingen der Empfang der französischen Gäste aus den Partnerschaftsgemeinden Louverné und La Chapelle Anthenaise auf dem Platz der Partnerschaft zwischen Friedenskirche und Rewe stattfinden. Der graue Himmel über der Stadt wurde immer grauer. Der stellvertretende Landrat Hans Jürgen Weigl verwies auf seinen Regenschirm, den er bei öffentlichen Veranstaltungen noch niemals gebraucht hätte. Aber diese Prognose half diesmal nichts: der Himmel öffnete seine Pforten, ließ es kräftig regnen und so waren die Gundelfinger Gastgeberfamilien mit ihren Gästen froh, von Pastor Frank Bienk „Kirchenasyl“ gewährt zu bekommen und nun ganz ohne Regenschirme in der gut gefüllten Kirche die Begrüßungszeremonie abhalten zu können.

Bürgermeisterin Miriam Gruß – den Franzosen geht der Familienname Gruß als „Grüß“ ausgesprochen noch immer leichter über die Lippen – begrüßte die französischen Gäste in französischer und deutscher Sprache. Sie erinnerte an die leidvolle Geschichte zwischen diesen Völkern und dankte den Gründern der deutsch-französischen Partnerschaft, General Charles de Gaulle und Kanzler Konrad Adenauer, für deren Bereitschaft und Mut, trotz der Vergangenheit nun vertrauensvoll und engagiert aufeinander zuzugehen.

Auch an die Gründer der zwischen den drei Gemeinden bestehenden, von deren Bürgern seit 25 Jahren intensiv gepflegten Partnerschaft, an die Bürgermeister Victor Landais und Peter Schweizer, erinnerte sie, bevor sie den Teilnehmern die weitere Pflege dieser Freundschaft ans Herz legte und dem Treffen anlässlich des 25jährigen Bestehens der Partnerschaft einen guten Verlauf wünschte.

Nach den Begrüßungsreden von Jean Brault, Bgm von La Chapelle Anthenaise, Stadträtin Sylvie Vielle als Vertreterin des terminlich verhinderten Bgm von Louverné, M. Alain Boisbouvier, Mme Jocelyne Duval als Präsidentin des französischen Komitees, überbrachte schließlich Hans- Jürgen Weigl die Grußworte des Landrats Leo Schrell. Die Gundelfinger Stadtkapelle sorgte für die musikalische Untermalung des gelungenen Festaktes.

Zu einem anschließenden Imbiss wurde in das Haus der Senioren eingeladen. Die als Gulasch-Suppe angekündigte Verköstigung entpuppte sich als ein reichhaltiges, vielseitiges und schmackhaftes Buffet, in dessen Mitte auch eine herzhafte Gulasch-Suppe angeboten wurde.

Der Samstag wurde genutzt zu einem Ausflug in die deutsche Geschichte. Mit einem großen und zwei kleinen Bussen wurde in die fränkische Hauptstadt gefahren. Zwischen Stadtrundfahrt und -rundgang stand im Mittelpunkt der Besuch des Dokumentationszentrums, das über Deutschland und Nürnberg in der Zeit des Nationalsozialismus‘ berichtet. Diese umfangreiche und vielschichtige Dokumentation  jüngster deutscher Geschichte hat ihre Wirkung auf die Besucher nicht verfehlt.

Bald nach Rückkehr nach Gundelfingen traf man sich im CAMBA zu einer zünftigen bayerischen Brotzeit und bei dem reichhaltigen Sortiment unterschiedlichst schmeckender Biere fanden alle Teilnehmer des Abends das ihnen persönlich zusagende Getränk.

Die Gestaltung des Sonntags stand ganz in der Verantwortung der Gastgeber. Je nach Wunsch der Gäste wurden die unterschiedlichsten Ausflüge ins Umland unternommen. Unter Olympiagelände München, Allianz-Arena, Legoland, Schlosskonzert in Haunsheim, Fischerstechen in Ulm oder Malerausstellung in Schloss Höchstädt konnten die französischen Gäste wählen und bei herrlichstem Sonnenschein die Veranstaltungen genießen.

Zum Abend wurde in den Bleichestadel eingeladen. Hier konnte man oft hören, wie lebhaft sich die Gäste über die so unterschiedlichen Abläufe des Tages austauschten. Wie schon vor zwei Jahren an gleicher Stelle wurde miteinander geredet, zusammen wurden Fotoalben vergangener Partnerschaftstreffen angeschaut und gemeinsam eine musikalische Untermalung versucht. Und allen Anwesenden war bewusst, dass mit diesem Beisammensein auch das Ende des gemeinsamen Wochenendes bevorstand.

Am Montagmorgen starteten die Franzosen dann vom Parkplatz des Pfarrheims ihre Rückreise – aber erst, nachdem sie mit ihren Gastgebern sich gegenseitig versicherten, sich unbedingt im nächsten Jahr in Frankreich wiederzusehen: „À l’année prochaine!“