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Gravierende Auswirkungen des Reichskriegs von 1462 auf Orte in Bayerisch-Schwaben

Leitender Archivdirektor Dr. Peter Fieischmann referierte
Vortrag Dr. Fleischmann

Von Georg Wörishofer

Bürgermeister Franz Kukla freute sich, dass trotz der regnerischen Witterung so viele Besucher in den Festsaal des Rosenschlosses Schlachtegg gekommen waren, um wichtige Informationen zu den Auswirkungen des ReichsKrieges auf Orte in Bayerisch-Schwaben zu erhalten. Als Referenten konnte er Herrn Privatdozenten Dr. Peter Fleischmann begrüßen, der früher das Staatsarchiv Augsburg geleitet hat und jetzt als Leitender Archivdirektor am Staatsarchiv München tätig ist.

Zwei Lehrerinnen an der Städtischen Musikschule, Frau Heike Rast und Frau Christine Schräg, stimmten mit spätmittelalterlichen Musikstücken die Besucher auf den Abend ein. Der bisherige Besuch der Vorträge, so Bürgermeister Kukla, lasse das starke Interesse an geschichtlichen Informationen erkennen. Sein besonderer Dank galt dem Historischen Berater der Stadt Herrn Georg Wörishofer, der die Vortragsreihe fachlich betreue und auch die Referenten gewonnen habe. Der Blickwinkel würde sich von Vortrag zu Vortrag stärker konkretisieren, beginnend vom Überblick über das HL Römische Reich in Richtung auf das Geschehen in der Region.

Das militärische Kräftemessen zwischen Markgraf Albrecht von Brandenburg und Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut hätte, so Dr. Fleischmann, gravierende Auswirkungen auf Orte im heutigen Regierungsbezirk Schwaben gehabt. Beiden Reichsfürsten sei es vornehmlich um die Macht der eigenen Dynastie und um die persönliche Ehre gegangen. Mit den Kriegshandlungen habe Herzog Ludwig IX. im April 1460 begonnen, als er die Bischofsstadt Eichstätt eingenommen und anschließend das brandenburg-ansbachische Territorium angegriffen habe. Nach dem Scheitern von Friedensverhandlungen hätten die bayerischen Truppen 1461 das markgräfliche Gebiet gesetzt, bis sie jedoch gegen Jahresende an die Donau zurückgedrängt worden seien. Nun erst habe sich das Kriegsgeschehen von Franken ins Schwäbische verlagert.

Wertingen zerstört

Zentrales Geschehen sei, so der Historiker weiter, die Belagerung von Gundelfingen vom 11. - 30. März 1462 gewesen. Weniger bekannt sei, dass sich in Ostschwaben von Februar bis Juni dieses Jahres ein Scharmützelkrieg mit wechselseitigen Überfällen ins gegnerische Gebiet entwickelt habe. Durch zeitgenössische Chroniken seien die Angriffe der Bayern, die viele Söldner aus Böhmen verpflichtet hatten, relativ gut dokumentiert. So sei im Februar 1462 Jettingen zerstört worden, ebenso die Stadt Wertingen im April 1462. Auch seien Groß-und Kleinkötz niedergebrannt worden, ferner 30 weitere Dörfer, die der damaligen Reichsstadt Ulm gehört hätten. Auch die Augsburger, in dessen Dienst Schweizer Söldner standen, hätten Überfälle ausgeübt, so z.B. auf das Friedberger Hinterland. Leidtragende seien, ganz gleich von welcher Seite der Angriff ausgegangen sei, Unbeteiligte gewesen, namentlich die Landbevölkerung, deren Orte nicht befestigt gewesen seien. Die Söldner aus Böhmen bzw. aus der Schweiz, die auf beiden Seiten zu Diensten waren, hätten sich selbst mit Lebensmitteln versorgen müssen.


Nächster Vortrag am 13. Januar 2012


Abschließend lud Bürgermeister Franz Kukla zum nächsten Vortrag am Freitag, 13. Januar 2012, 19.00 Uhr, ein. Es sei der zentrale Vortrag innerhalb der Vortragsreihe der Stadt. Georg Wörishofer spricht hier zum Thema: „Die Belagerung Gundelfingens anno 1462".