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Gundelfinger Stadtrat besichtigt Luftzerlegungsanlage

Ab Januar 2012 dauerhafter Produktionsbetrieb
Besichtigung Luftzerlegungsanlage

 

Ratsmitglieder der Stadt Gundelfingen a. d. Donau und Repräsentanten der Stadtverwaltung besichtigten heute zusammen mit Bürgermeister Franz Kukla die weithin sichtbare Neuansiedlung im Industriegebiet Süd III: die Luftzerlegungsanlage von Air Liquide.
Nach der ersten Kontaktaufnahme durch die Gundelfinger Stadtspitze im Frühjahr 2008 mit der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH geht das Industrieprojekt nun dem Abschluss entgegen. Robert Kremer, Industrial Director des Unternehmens, betonte beim Besuch der Stadtspitze nicht nur die gute Zusammenarbeit, sondern erinnerte auch noch einmal an die Historie: „Der Standortentscheidung unseres Hauses ging ein weitreichendes Auswahlverfahren voraus, bei dem wir die Anforderungen ausdrücklich benannt und die Rahmenbedingungen der Ansiedlung, wie zum Beispiel die Verkehrsinfrastruktur, die Anbindung an das Stromnetz und die Wasserversorgung, eingehend geprüft haben“. Die hervorragende Infrastruktur gab schließlich den Ausschlag für das „Go“ zu einer 60-Millionen-Euro-Investition in dem ausgewiesenen Industriegebiet vor den Toren der Stadt Gundelfingen.

 

Keine Anlage vom Fließband


Von Weitem betrachtet sieht die Anlage schon „fertig“ aus. Wie die Delegation vor Ort erfuhr ist das Projekt aber derzeit noch nicht abgeschlossen. Nach der ersten Inbetriebnahme standen in Spitzenzeiten zwar schon bis zu 15 Tankwagen Schlange, um Sauerstoff und Stickstoff zu tanken. Dauerhaft in Produktion wird die Anlage jedoch erst im Januar 2012 gehen. Bis dahin ist noch Einiges zu tun: Im Außenbereich wird noch gepflastert, Stellflächen für die Tankwagen werden noch hergerichtet und auch am Innenleben wird noch justiert.
In Abstimmung mit dem Landratsamt Dillingen wurden in den letzten Wochen die üblichen Nachweismessungen zur Einhaltung der Genehmigungsauflagen zum Schallimmissionspegel durchgeführt. Die Ergebnisse werden zeitnah vorliegen und zwischen dem Landratsamt und der Kommune ausgetauscht. Bereits im Zuge der Inbetriebnahme hatte Air Liquide eine Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen. Erste zusätzliche Schalldämpfer wurden installiert und eine verbesserte Schallschutzhaube für die Turbinen des Verflüssigungskreislaufs bestellt, welche in den nächsten Tagen montiert wird. „Wir haben das kurzfristig Mögliche, sogar im Vorgriff auf das Gutachten, getan und arbeiten aktuell an den erforderlichen Ergänzungsmaßnahmen“, versicherte Robert Kremer zum vielfach diskutierten Thema Schallschutz. „Alle Genehmigungsauflagen werden sorgsam und nachhaltig erfüllt.“
Nach dem planmäßigen Stillstand der Anlage von Oktober bis Anfang November könnte es jedoch im Zuge des Wiederanfahrens der Anlage nochmals kurzzeitig zu ungewöhnlichen Geräuschentwicklungen kommen – hierfür bittet das Unternehmen schon jetzt um Verständnis. Haushalte in der Nähe des Luftzerlegers werden in der kommenden Woche auch durch einen Brief über den Fortgang des Projekts informiert. Mit mehr als 22 Luftzerlegern allein in Deutschland verfügt das Unternehmen über einen großen Erfahrungsschatz. Und dennoch wurde bei dem Besuch deutlich: Eine derartige Großanlage kommt nicht vom Fließband.
Beeindruckt zeigten sich die Gäste auch von der Bandbreite der Anwendungen für technische und medizinische Gase, denn auch diese werden zukünftig in Gundelfingen produziert: Sauerstoff für die Beatmung im Krankenhaus, Stickstoff zum Frosten von Lebensmitteln. Die Gase „made in Gundelfingen“ werden in einem Radius von ca. 300 Kilometern zu den Kunden gefahren. „Somit ist die Versorgungssicherheit der Kunden aus mehr als 50 Branchen im süddeutschen Raum deutlich gestärkt“, machte Martin Tils, Direktor der Vertriebsregion Süd von Air Liquide, bei der Präsentation der großen Bandbreite an Verfahren mithilfe der unsichtbaren Moleküle deutlich.
Platz für weitere Nachbarn
Schon jetzt signalisierte Air Liquide, dass die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Gundelfingen auch Zukunftsmusik beinhaltet: In Arbeit ist bereits ein gemeinsamer Flyer für weitere Ansiedlungsinteressenten im Industriegebiet.