Die Städte Gundelfingen und Lauingen haben viele historische Gemeinsamkeiten. Beide waren sie alemannische Siedlungen und fränkische Urpfarreien, beide erlangten sie Stadtcharakter etwa zur selben Zeit, waren staufisch, dann wittelsbachisch und dann - für kurze Zeit - französisch. Diese Episode ist heute fast vergessen.
Nur Ludwig der Gebartete kommt als Auftraggeber jener spätmittelalterlichen Prachthandschrift in Frage, die um 1430 in Regensburg in Auftrag gegeben und die - nur teilweise fertiggestellt - von Ottheinrich geerbt oder erworben wurde. Er trug Sorge dafür, dass die Initialen und die fehlenden Illustrationen von einem Maler fertiggestellt wurden, den er sehr schätzte: Mathis Gerung aus Nördlingen, Maler in Lauingen.
Die prächtige Bibelhandschrift, die in acht Teilen überliefert ist, gilt als ein sprachgeschichtliches und kunstgeschichtliches Zeugnis ersten Ranges. Das auf Veranlassung der Bayerischen Staatsbibliothek hergestellte und vom Facsimile -Verlag Luzern in aufwendiger Technik realisierte Facsimile wird in einer gemeinsamen Veranstaltung der Volkshochschulen Gundelfingen und Lauingen einem größeren Publikum vorgestellt. Damit enden auch die Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr 2005 mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Städte Gundelfingen und Lauingen zu ihrer gemeinsamen pfalz-neuburgischen Geschichte.
Frau Ottilie Klis wird am 21.10. 2005 in einem Abendvortrag in die Entstehungsgeschichte der Handschrift einführen und deren kunstgeschichtliche Bezüge dartun. Dabei wird sie auch die Facsimile- Ausgabe der Ottheinrichs-Bibel vorstellen. Die Veranstaltung findet in der Walkmühle statt und beginnt um 19:00 Uhr. Es ergeht hierzu herzliche Einladung. Der Eintritt ist frei.
Am Sonntag, den 23.10.2005 wird StD Bernhard Ehrhart die Ottheinrichs-Bibel im Rahmen einer Sonntags-Führung vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 11.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Voraussichtlich wird diese Sonderführung am 1.11. um 11.00 Uhr wiederholt. Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Studienbibliothek Dillingen, die ihr Facsimile-Exemplar dieser prächtigen Fürstenbibel ebenfalls zur Verfügung stellt. Damit wird auch ein Vergleich der mittelalterlichen Miniaturen mit der Renaissance-Malerei Mathis Gerungs möglich.

