Einen prominenten Standort vor dem Sitzungssaal im Gundelfinger Rathaus hat die historische Trommel der Gundelfinger Stadtkapelle gefunden.
„Sie hat einen angemessenen Platz in der Öffentlichkeit“, so Bürgermeister Franz Kukla. Er dankte besonders dem Förderverein der Stadtkapelle und dessen Vorsitzenden Rainer Hönl für das finanzielle Engagement, die Trommel unter Glas zu schützen. Kulturreferent Walter Hieber sieht in dem historischen Musikinstrument ein Symbol für die über 300-jährige Musiktradition in Gundelfingen.
Besonderer Dank gebührt Hermann Burger, dem ehemaligen Vorsitzenden der Stadtkapelle. Er war es, der die Trommel auf einem Speicher wiederentdeckt und die Präsentation im Rathaus betrieben hat.
Zeittafel der großen Trommel:
Ende des 18. Jahrhunderts kommt das Türkische Schlagzeug bei der Europäischen Militärmusik zum Einsatz. Es besteht aus der großen Trommel, zusammen mit Cinellen, Triangel und dem Schellenbaum.
Jahr:
1803 Herstellung der Trommel durch den Sieb und Trommelmacher Johann Friedrich Groß zu Ulm, wohnhaft im Judenhof.
1807 Ankauf der Trommel für das Hoboistencorps des erstellten Infanterie-Bataillon der Nationalgarde III. Klasse in der Stadt Gundelfingen, unter Kapellmeister Josef Schwarz
1843 Quittung über 4. –fl. (für ein großes Kalbfell des Weißgebers Jakob Wirth aus Lauingen
1845 Verzeichnis der Musiker und ihre Instrumente (Xaver Link an der Trommel)
1848 Rechnung über 1 gr. Trommelfell (des Weißgebers Alois Kaim aus Dillingen)
1849 Inventur über die Musikinstrumente der Landwehr
1860 Josef Decker aus Lauingen wird Kapellmeister, sowohl de Landwehr, als auch der städtischen Musik
1868 Auflösung des Landwehrbataillons und des Musikcorps sowie die Versteigerung der Musikinstrumente. Die gr. Trommel wird zum Preis von 8. –fl. angeboten, findet jedoch keinen Abnehmer
1869 Die meisten Instrumente sind verkauft. Der Erlös der noch vorhandenen, dürfte aber nur noch folgenden Betrag einbringen
1 gr. Trommel 4.-fl.
Cinellen und Triangel 4.-fl.
1 Halbmond (Schellenbaum)
nur noch den Messingwert 12.-x (Kreuzer)
Die Trommel wird von der Städt. Musik übernommen und dabei mit großer Wahrscheinlichkeit mit weißblauen Rauten bemalt
1893 Reparierung der gr. Trommel auf Kosten der Stadtkommune
1898 Renovierung der gr. Trommel, die Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten
1923/24 Reparaturen, (verm. Wurden neue Felle aufgezogen, ausgeführt von Anton Ganser)
1952 Neues Trommelfell (aufgezogen v. Ludwig Bayer)
1962 Die alte Stadtkapelle wird aufgelöst, (die Jugendkapelle wird zur Stadtkapelle) Die große Trommel verbringt 40 Jahre in der Obhut des Altbürgermeisters und ehemaligen Stadtkapellmeisters Anton Walter
2004 Die alte Trommel wird am 23.04.2004 in der Sendung des Bayr. Rundfunks „Kunst und Krempel“ aufgezeichnet und am 6. November übertragen
2005 Die über 200 Jahre alte Trommel erhält am 18.07.2005, in einer vom Förderverein der Stadtkapelle gestifteten Glasvitrine, auf dem Rathaus einen ehrenvollen und verdienten Platz.

