Der am 8. Oktober 1855 gegründete Sängerverein Gundelfingen wurde genau 150 Jahre später wegen Mitgliedermangel aufgelöst. Das verbliebene Vereinsvermögen wurde nun zusammen mit den Vereinsunterlagen im Rathaus dem Gundelfinger Stadtarchiv übergeben.
Gernot Walter, seit 1978 im Verein als Leiter des Chors, erinnert sich an einige schöne Aktivitäten der Sänger. Allerdings sei seit vielen Jahren die Mitgliederzahl so weit geschrumpft, dass selbst keine musikalischen Veranstaltungen mehr gestaltet werden konnten. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den „Chor 69“, der die Sängertradition in Gundelfingen aufnahm und damals einen sehr guten Zuspruch bei jungen Sängern fand und sogar Auftritte in Frankreich absolvierte.
Ein schönes Symbol sieht Bürgermeister Kukla in der finanziellen Unterstützung des Stadtarchivs durch die Überlassung des Vereinssparbuches. Das Archiv bemühe sich sehr um die Sammlung wichtiger Dokumente, Schrifttum und Gegenstände auch örtlicher Vereine.
Der „Sängerverein Gundelfingen“ gab sich seinen Namen im Jahre 1933 nach dem freiwilligen Zusammenschluss der ehedem bestandenen zwei Gesangvereine Liedertafel und Frohsinn unter Beibehaltung der Traditionen und der geschichtlichen Daten der seit 1855 bestehenden Liedertafel. In der Chronik des Vereins steht „Jene im Spätsommer 1855 für Weckung und Pflege der Tonkunst und insbesondere des vierstimmigen Männergesangs allmälig zusammengetretenen Bürger und Bürgersöhne - vereinigten sich unter geordneten Statuten und selbst gewählten Vorständen zu einer moralischen Gesellschaft unter dem Namen „Liedertafel“ am 8ten October 1855“.
Bildtext:
Das Stadtarchiv Gundelfingen übernahm das Schriftgut des aufgelösten Sängerverein Gundelfingen. Unser Bild zeigt den Chorleiter Gernot Walter, die Tochter des ehemaligen Vereinskassiers Feesenmayr, Barbara Müller, Bürgermeister Franz Kukla sowie Siegfried Doser vom Stadtarchiv.

